Der (Anziehungs-)Punkt im Bild

Der beste Platz im Foto ist nicht immer genau dort, wo das zentrale Autofokusfeld ist. Am harmonischsten wirkt ein Foto immer dann, wenn das zentrale Motiv genau im Goldenen Schnitt ist. Dabei reicht eine ungefähre Platzierung völlig aus. Man spricht deshalb eigentlich von der Drittelregel. Der „magische Punkt“ liegt also irgendwo zwischen der Mitte und dem äußeren Bilddrittel. Hier wird der Sucher gedanklich in zwei waagrechte und zwei senkrechte Linien unterteilt – es ergeben sich neun Felder. Platziert man den Schwerpunkt des Motivs auf einem der Schnittpunkte, so wird eine Spannung aufgebaut, die eine Aufnahme um ein vielfaches interessanter machen kann.

Auch ist es von Vorteil, wenn man Kenntnisse darüber hat, wie Bilder gelesen werden. Dies geschieht von links oben nach rechts unten – betrachtet man daraufhin einmal eine Illustrierte und wie die Werbung platziert ist, erfolgt dies genau nach diesem Prinzip. Wenn man als Fotograf die Gewohnheit des Betrachters nicht stören möchte, so legt man den Bildeingang nach links oben und den Bildausgang nach rechts unten. Will man etwas ungewöhnliches, spannendes erzeugen, dann sollte diese Regel auch mal gebrochen werden.

Also weg von der üblichen Leserichtung.

Den weiteren Sehgewohnheiten entspricht, das Bildwichtige Motiv im Zentrum einer Aufnahme zu positionieren. Dies hängt übrigens damit zusammen, dass die Sehschärfe des Menschen im zentralen Bereich des Auges am höchsten ist. Der Betrachter erwartet dementsprechend, dass sich der Kern der Bildaussage in der Mitte der Aufnahme befindet und sehr viele Einsteiger in die Fotografie wählen intuitiv die Bildmitte. Wie oben schon geschrieben ist aber davon abzuraten. Gerade das Ausbrechen aus dem Gewohnten erzeugt Neugierde und erhöht damit die gewünschte Spannung.

Also raus aus der Mitte.

In der Fotografie gilt es, die Möglichkeiten auszuschöpfen. Mit der Perspektive spielen, um den Fokus des Betrachters entsprechend zu lenken. Oftmals sind es Nuancen, die entscheiden. Also ein Schritt nach rechts oder links, etwas nach oben oder unten können Wunder bewirken.

Farben können ebenso zur Bildgestaltung und Spannung heran gezogen werden. Hebt sich das Hauptmotiv farblich vom restlichen Bildinhalt deutlich ab, so wirkt es isoliert. Die Farbe Rot ist zum Beispiel immer ein Garant für Aufmerksamkeit. Befindet sich etwas rotes im Bild, so wandert das Auge des Betrachters automatisch als erstes dorthin.

Schärfe und Unschärfe können ebenfalls gezielt als Gestaltungsmittel eingesetzt werden. Ein scharfes Motiv vor unscharfen Hintergrund wirkt häufig dreidimensional. Ein unscharfer Einstieg in ein Bild kann aber auch auf ein scharfes Motiv hinlenken.

Nicht zuletzt kann auch Licht bei der Gestaltung helfen. Ein Lichtstrahl, ein Schatten, können zwischen wichtig und unwichtig trennen.

Also mit Gestaltungsmitteln spielen: Perspektive, Farbe, Schärfe, Unschärfe, Licht.

Wird alles richtig eingesetzt, dann wird der Betrachter gezielt auf einen (Anziehungs-)Punkt im Bild aufmerksam gemacht.

Hier habe ich mal zwei Beispiele:
Punkt

Punkt_2

Wer Lust hat an den Projekten teilzunehmen, kann dies sehr gerne machen. Setzt einfach einen Link zu Euren Fotos, oder Ausarbeitungen in die Kommentare.

Ich würde mich über zahlreiche Beiteiligung freuen.

Gruss Jürgen

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3 Kommentare zu „Der (Anziehungs-)Punkt im Bild

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